Allgemein, Schweden-Estland-Finnland 2019, Sommer_2019
Schreibe einen Kommentar

Es geht weiter!

Früh morgens heult es immer noch in den Wanten, aber die Sonne scheint und wir sind entschlossen. Es läuft dann auch alles gut. Mit halbem Wind flott über die Hanöbucht. Nur einmal kriege ich einen Schreck. Ein Donner, der in einer dieser fiesen Frequenzen nachrollt, von denen einem schlecht werden kann. Ein Gewitter? Aus heiterem Himmel? Da donnert es schon wieder. Wohl doch eher Schießübungen. Der Wind verhält sich auch am anderen Ende der Bucht „manierlich“, wie meine Großtante gesagt hätte (wenn meine Großtante je über Segelwind gesprochen hätte). So kommen wir früh genug in Sandhamn an, um noch eine große Portion Pasta zu kochen und mit einem Glas Rotwein in der Plicht zu sitzen und dem Tag dabei zuzuschauen, wie er sich ganz ganz langsam davonschleicht. Am Samstag vor dem Wind nach Kalmar. Aus Sandhamn ist eine ganze Flotte Segler losgefahren und wie das so ist, guckt man natürlich, wie die anderen so vorankommen. Am Ende haben sie uns fast alle überholt. Auch die, die eine Stunde oder so länger geschlafen haben.

In Kalmar regnet es in Strömen. Wir lernen einen Berliner Segler kennen, der allein unterwegs ist und den ich schon in Sandhamn dafür bewundert habe, wie gelassen er das Anlegemanöver hinkriegt. Wird ein schöner Abend mit vielen vielen Seglergeschichten.

Am Sonntag dann Wind von vorne. Kommen im engen Teil des Sundes kaum vorwärts. Geben genervt auf und fahren in Revsudden in den Hafen. Kochen und essen und haben seglerisch schon mit dem Tag abgeschlossen, da segelt der Berliner hoch am Wind vorbei. Ist doch eigentlich auch noch genug vom Tag übrig für einen Segelnachmittag. Wir verlassen den Hafen wieder und kreuzen die Strecke auf bis Borgholm. Ein etwas trauriger Touristenort, in dem ein paar Jugendliche mit einem Kleinbus den ganzen Abend durch den Ort kurven und dabei laute Musik aus großen Lautsprechern dröhnen lassen. Es wirkt eher wie Verzweiflung, als wie Spaß.

Aber sie haben eine historische Seebadeanstalt und eine große Burg auf einem Berg nebenan. Die gucken wir uns am Montag an, bevor wir mangels Wind die 30 Seemeilen nach Byxelkrog an der Nordspitze von Öland motoren. Von hier wollen wir am Abend aufbrechen und an Gotland vorbei nach Estland segeln. Das ist der Plan. Aber wie das mit Plänen so ist…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.